go4peace 2019 - Erfahrungsbericht

vom 19.- 29.07.2019 - in Brno – im Herzen Europas

 Marushka„Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände vom Wort des Lebens angefasst haben (…), das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. (…) Dies schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen ist.“ (vgl. 1 Joh 1,1-4)

Es ist Montagabend, 29.07.2019. Noch sind nicht alle Teilnehmenden des diesjährigen go4peace-Camps wieder an ihren Heimatorten angekommen. In der WhatsApp-Gruppe „go4peace-2019-Brno“ meldet sich Maruška. Sie hat in den vergangenen Tagen im Workshop-Management des Camps Großartiges geleistet. Am Ende des Camps hatte sie mir in einer voice-mail gesagt: „I am full – full of joy! – Ich bin voll – voller Freude!“

Sie ist wieder in ihrem kleinen Ort Hodonin aus der slowakisch-tschechischen Grenze angekommen und schreibt: „Hallo! Ich meld‘ mich wieder aus meinem Alltagsleben. Ich bin sehr froh, dass zwei Minuten von meinem Zuhause entfernt eine Kirche steht. Als ich heute Morgen die Glocken läuten hörte, die zur Messe einluden, dachte ich: Im Augenblick gibt es nichts Besseres, als daran teilzunehmen. So bin ich zur Kirche gelaufen. Die Art der Messe war ein wenig anders als in den go4peace-Camps - nur mit ein paar alten Leuten und keiner albanischen oder litauischen Musik… Aber ich glaub, ich hab ein wenig des go4peace-Spirits in die Messe gebracht, allein dadurch, dass ich den anderen – mit echtem Frieden im Herzen – Frieden gewünscht habe und dadurch, dass ich das T-Shirt go4peace2019 trug und das ‚Vater unser‘ in französischer Sprache gebetet habe.“

Maruška war in den Tagen des Camps merklich gewachsen. Immer freundlich – wenn auch oft an der Grenze ihrer Kräfte – hatte sie mit ihrem kleinen Team dem Camp eine innere Dynamik gegeben. Zu Hankadiesem Team gehörte auch Hanka. Sie arbeitete seit einem Jahr in dem kleinen diözesanen Jugendzentrum „Mamre“ der Diözese Brno und hatte vor, sich dort noch ein weiteres Jahr freiwillig  zu engagieren. Hanka war für die Versorgung im Petrinum, dem Internat, in dem wir gelebt haben, verantwortlich und sorgte sich darum, dass alle 120 Teilnehmenden des Camps genug zu essen bekamen. Sie hatte eigens ihren Jahresurlaub investiert, um bei diesem Camp mit dabei sein zu können. Es war eine Freude, in ihr Gesicht zu schauen, wenn die hungrigen Mäuler der Teilnehmer

aus Albanien, dem Kosovo und Slowenien, aus Tschechien, Polen und Ungarn, aus Deutschland, Österreich und Norwegen, aus Litauen, Estland und der Ukraine, aus Kroatien und Bosnien-Herzegowina gut gespeist wieder aus dem Speisesaal kamen. Wie viel Energie, Zeit und Liebe hatten diese jungen Menschen in den vergangenen Wochen investiert, um dieses Camp möglich zu machen.

Meine Gedanken wanderten zurück. Ich erinnerte mich, wie ich im Jahr 2008  Tomaš Zižkovský kennen gelernt hatte. Er hatte ein Praktikum im Jugendhaus Hardehausen gemacht im Rahmen seines sozial-pädagogischen Studiums. Er war vom konkreten Leben der Worte Jesu so angezogen und erfüllt, dass er fortan bei den Sommercamps „go4peace“ in Bosnien-Herzegowina mit dabei war. Die Freude und der Friede, die er in diesen Camps entdeckt hatte, Tomashatten ihn auf die Spur seiner Berufung geführt. So entschied er sich, nach seinem ersten Studium noch das Studium der Theologie auf sich zu nehmen. Am 26. Juni 2016 war er in Brno zum Priester geweiht worden. An eben diesem Tag wurde das Jugendzentrum Johannes Paul II. in Sarajevo eingeweiht. So war ich mit einer Gruppe junger  Deutscher zunächst dorthin gefahren und noch in der Nacht wieder aufgebrochen, um bei der Primiz Feier von Tomaš die Predigt zu halten. Wie so oft hatten wir in der tiefen Geschwisterlichkeit und Freude, die uns in den Tagen in Bosnien und Tschechien geschenkt worden waren, die verborgene Gegenwart Jesu spüren dürfen. Ihm hatten wir gelernt zu folgen und uns immer neu zu wagen. Und nun waren wir mit dem go4peace-Camp in der Diözese Brno zu Gast, wo Tomaš im kleinen Jugendzentrum von Osová Bitýška Dienst tat und sich riesig auf das Camp in seinem Land gefreut hatte.

Dieses Jahr war das go4peace-Camp in einem neuen Layout an den Start gegangen. „Europa“, „unentgeltlicher Lobpreis Gottes“ und „die Armen der Stadt“, das waren drei Schwerpunkte, die – neben den bunten Workshops - den Charakter der Tage prägten. Der Montag der go4peace-Woche stand ganz im Zeichen Europas. Amela und Maruška hatten diesem Tag ein Gesicht gegeben. In einer morgendlichen Quiz-Runde wurden Teilnehmende mit Fragen zu den verschiedenen Ländern Europas konfrontiert, aus denen die jungen Erwachsenen angereist waren. Souverän und sympathisch moderierte Amela diese Runde und gab jedem das Gefühl, ein echter Europäer zu sein. Neben vielem Bekannten lernte so mancher, dass die Hauptstadt von Albanien Tirana heißt und dass Albanien weiter eine McDBrno 01onald-freie Zone ist und dass das Jugendzentrum „Johannes Paul II.“ das größte Jugendzentrum des Balkans ist. Nachmittags wurden alle Teilnehmenden in 10 verschiedene international bestückte Gruppen aufgeteilt. In diesen Gruppen gingen alle auf den 10-Stations-Europa-Lauf. Ziel dieses Rundlaufs war es, Themen ins Bewusstsein zu heben, die zuinnerst mit Europa zusammen hängen. Hatten beim morgendlichen Quiz alle gelernt, dass die Wortbedeutung von „Europa“ dazu einlädt, in die Weite zu schauen – setzt sich der Begriff doch aus den griechischen Worten εὐρύς (eurús = weit, breit) und ὤψ (ōpós = Auge, Blick, Sicht) zusammen – so galt es jetzt, ganz verschiedene Themenfelder zu streifen.

Bei den drei Stationen “Auschwitz”, „Kommunismus“ und „Never war again“ waren die jungen Europäer eingeladen, schwere und lastende Zeiten Europas ans eigene Herz zu lassen, wohingegen es bei den Themen „Französische Revolution“, „Zusammenleben der Religionen in Europa im Lauf der Geschichte“ und „Aufklärung“ eher um geschichtliche Umwälzungen ging, die es in Blick zu nehmen galt. Aktuelle Themen wurden in den Workshops „Białowieża Urwald” (Ökologie und Nachhaltige Entwicklung), „Groß Britannien – Brexit – Können wir auf einer Insel (über)leben?“ und „Strasbourg – EU“ behandelt.

Und dann gab’s da noch den Workshop „Verbunden-bleiben im go4peace-Netzwerk“. Er ermutigte, technische Kommunikations-Mittel wie die beiden Apps Onword24 und Onword-App, sowie Zoomkonferenzen, die Homepage www.go4peace.eu und den  YouTube-Kanal „pieces4peace“ und den Facebook-Account „go4peace in Europe“ zu nutzen, um miteinander in Kontakt zu bleiben und so den Durst Gottes und des Menschen nach gemeinschaftlichem Leben zu stillen. Kurz gesagt, es galt zu lernen, nicht nur online sondern eben auch onword zu sein.

„Als Du uns gefragt hast, ob wir durstig sind, hatte ich gerade etwas Wasser getrunken und meinte nicht mehr durstig zu sein. Aber als Du dann gesagt hast, dass Du immer durstig bist, hab ich verstanden, dass Du auch den Durst nach Leben und Gemeinschaft, nach Wissen und nach vielem mehr meinst! Ja, es ist echt unser Wesen, durstig zu sein!“ ließ mich Valentina aus Slowenien verstehen.

auf SchiffUnd dieser Durst nach Gemeinschaft und nach Beziehung wurde im Camp in unterschied-lichster Weise gestillt. Morgens – nach dem Frühstück – half uns ein Blick ins Evangelium, den Durst unserer Seele zu stillen. Jeder Text aus dem Erfahrungs-schatz Jesu – auf ein kurzes Motto verdichtet - wurde Impuls fürs Leben. „Ich kann es kaum richtig erklären, aber irgendwie hab ich im Nachdenken über das Evangelium und im Leben der täglichen Mottos mich selber tiefer verstanden und entdeckt. Ich bin sehr glücklich darüber!“ war in einem Reflektionsbogen zu lesen. „Und es hilft sehr, dass alle in diesen Tagen das gleiche Motto leben, so können wir uns immer wieder anspornen und darüber austauschen.“

„Nimm diesen Augenblick in Deine Hände!“  hatte ein Motto gelautet. Es hatte einer jungen Polin geholfen, in einem Augenblick großen Vertrauens, eine große Not aus ihrer Geschichte jemandem anderen im Camp anzuvertrauen und es hatte zugleich einem jungen Norweger geholfen, sich in den „Anstreicher-Workshop“ zu trauen, obwohl er so eine Arbeit noch nie gemacht hatte. Dass nach dem Anstrich nicht klar war, ob mehr Farbe auf seiner Haut und in seinen Haaren gelandet war, als auf den Wänden, tat der Sache keinen Abbruch. „Und ich hätte nicht gedacht, dass ich so gut mit den alten Leuten aus dem Altenheim umgehen konnte. Wir waren heute mit einigen Älteren im Rollstuhl am See von Brno, um mit den alten Leuten zu schwimmen. Dazu musste ich mit einer Frau mit dem Rollstuhl bis ins Wasser fahren und sie dann herausheben. Dass war überhaupt kein Problem für mich. Hätte ich nie gedacht!“ erzählte eine Teilnehmerin beim abendlichen Austausch. Und es kam so manche unerwartete Begegnung aus den verschiedenen Workshops ins Licht, sei es aus den Seniorenheimen oder Kindergärten, aus den Behinderten-Werkstätten oder YouTube-Workshops, sei es vom Cleaning-Team oder aus den Begegnungen mit den Gehörlosen.

„Irgendwie ist Gott hier so lebendig!“ vertraute mir ein junger Este an. „Ich hätte das nie gedacht und  ich  muss sagen, ich hab ihn über Jahre fast vergessen. Hier spüre ich: Ich möchte neu anfangen und mit ihm leben!“

Diese Lebendigkeit war zu spüren, im Speisesaal, in vielen kleinen Gesprächs- und Gebetsrunden abends im Garten, auf dem Volleyball-Platz und auch in den abendlichen Messfeiern. Wie gut, dass Meinolf WSBernhard, Heinrich und Tomaš, Jochen, Andrzej, Harald und ich als priesterliche Brüder mit dabei waren. Mitgestaltet war jeder Gottesdienst von verschiedenen Ländergruppen,  vor allem von albanischen und litauischen Musik-Engagierten. Schnell waren die Worshiping-Lieder ein abendlicher wohlvertrauter Klang im Camp, der einlud, die Erfahrungen und Entdeckungen des Tages dem zurückzubringen, der in unserer Mitte erlebbar war. Aber Jesus wollte nicht nur in seinem lebendigen Wort, im Brot der Eucharistie, in der Stimme des je eigenen Gewissens und in unserer Mitte entdeckt werden! Hatte er uns doch verstehen lassen, dass er auch alles, was wir den geringsten Schwestern und Brüdern getan hatten, als für sich getan ansah. So hatten sich Tomaš, Amela und ich am Mittwochabend mit den Mitgliedern der Gemeinschaft St. Egidio getroffen, die an jedem Mittwoch den Obdachlosen der Stadt ein Sandwich und einen heißen Kaffee anboten. Gemeinsam waren wir den zum Teil noch sehr jungen Obdachlosen der Stadt begegnet und hatten sie zur samstäglichen go4peace-Agape-Feier unterhalb der Kathedrale eingeladen. Viele hatten zugesagt zu kommen.

Und so kam – nach einer Woche voller Workshops – der Samstag. Die Schwestern-Gemeinschaft  „l’eau vive“ hatte uns ermöglicht, in ihrem Restaurant direkt hinter der Kathedrale morgens zu kochen. So entstand dort für 300 Leute ein schmackhafter Risotto mit heißen Würstchen. Wir hatten darum gebetet, den Obdachlosen in einer Haltung der Liebe auf Augenhöhe begegnen zu können. Zuvor waren wir bei den Schwestern von „l’eau vive“ gewesen und hatten ihnen einen Friedensmahner und eine schöne Marienikone – von einem muslimischen syrischen Flüchtling aus Kamen gemalt – geschenkt.

Als dann die Begegnung auf den Kappuziner-Terassen unterhalb des Hauses beginnen sollte, begann es zu regnen. Ein größeres Zelt und drei kleine waren aufgebaut. Drei Obdachlose waren schon da. PeterEiner saß auf dem Boden. Ich sprach ihn an. Er trank Bier. Er verstand und sprach die englische Sprache. „Vielleicht willst Du nicht so gern mit mir reden, da ich schon wieder Bier getrunken habe!“ ließ er mich wissen. Ich setzte mich zu ihm auf den Boden und begann ein Gespräch. Er war noch jung, vielleicht 35 Jahre alt, hatte bei VW und BMW gearbeitet. Dann war zu Hause alles kaputt gegangen und er war auf der Straße gelandet. Er hatte Freude an Musik und ging im Sommer gern zu Konzerten, die in Brno angeboten wurden. Auf meine Frage, ob er ein Instrument spiele, sagte er strahlend: „Yes, of course, guitar!“ Schnell holte ich eine Gitarre und gab sie ihm. Er begann zu spielen. Alle Anwesenden hörten ihm zu. Ein zweites und drittes Lied schloss sich an. Dann schaute er strahlend in die Runde der Zuhörenden. Er verdrückte ein paar Tränen. Was jetzt wohl in ihm vorging?

Der Regen wurde stärker und stärker. Das Essen schmeckte sehr. Allen Obdachlosen hatten wir einen Edelstahllöffel besorgt und das kleine Motto. „Gib und Dir wird gegeben werden!“ daran auf einer kleinen Karte befestigt. Es schien, als wären wir angekommen in diesem Lebensstil des Himmels – für ein paar Augenblicke mitten im Herzen dieser Großstadt und mitten „im Herzen Europas“, wie unser Motto dieses Jahr lautete. Martha aus Norwegen hatte einen schönen Ausdruckstanz mit einer kleinen Gruppe vorbereitet, der viel Applaus bekam, ebenso eine kleine Performance on Gintare aus Litauen, in der dargestellt wurde, wie Blinde durch das Geheimnis der Liebe auf einmal zu sehen begannen.

Und plötzlich standen alle in einem Kreis und begannen Rundtänze darzubieten. Obdachlose und junge Leute aus ganz Europa. Alle auf Tuchfühlung über alle Grenzen hinweg. Dein Reich komme!  Ich hatte den Eindruck, ein Stück des Himmels zu sehen. Aus allen Gesichtern strahlte ein tiefer Friede - gepaart mit einer echten Freude. Als wir nach drei Stunden aufzuräumen begannen, kam Peter – der junge Obdachlose – nochmals auf mich zu, schaute mich an und nahm mich fest in den Arm. „Danke, dass Ihr das für uns gemacht habt. Ich werde diese Augenblicke nicht vergessen! Wer weiß, vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder. Ich würde mich sehr freuen. Und dann nahm er mich nochmals fest in den Arm!“

Mraja SchwesternEine kurze Verschnaufpause war uns nach dieser go4peace-Agape genehmigt, bevor wir abends in der Kathedrale von Brno Eucharistie feierten. Wir hatten die Stühle im gotischen Hoch-Chor für 140 junge Menschen in zwei Doppelreihen gestellt. Tomaš war mit diesem Dom aufgewachsen und hier vor drei Jahren zum Priester geweiht worden. Dieser Ort war ihm zutiefst vertraut. Er stand der Messe vor und ich spürte die Freude in seinem Herzen. „Aber predigen musst Du!“ hatte er mir schmunzelnd gesagt. So erzählte ich eine Erfahrung meines Santiago-Weges vor gut 10 Jahren.

Eines Abends war ich auf dem Weg einer 5-köpfigen kanadischen Gruppe begegnet und war noch bis Mitternacht mit ihnen im Austausch gewesen. Nach 4 Tagen begegnete ich einer ca. 65-jährigen Frau dieser kleinen Gruppe nach einer abendlichen Pilgermesse erneut. Sie hatte auf mein Erzählen vom Weltjugendtag in Toronto im Jahr 2002 reagiert. „Mein Mann war auch bei diesem Weltjugendtag!“ begann sie zu erzählen. „Er war Mitglied einer Freikirche. Er hat als Freiwilliger beim Weltjugendtag mitgearbeitet und Toiletten gereinigt. Er war begeistert von dem ehrfurchtsvollen und lebendigen Miteinander der Jugendlichen. Und dann kam er wieder nach Hause. Ich hab ihn gefragt, wie es war. Er sagte nur: ‚He looked at me!‘  Ich verstand, dass ihn Papst Johannes Paul II. bei einer der Begegnungen angeschaut hatte. Drei Wochen später wurde er schwer krank. Ein unheilbarer Tumor war diagnostiziert worden. Nach nur drei Wochen war er im Krankenhaus und sein Zustand verschlimmerte sich. Mit letzter Kraft sagte er mir eines Nachmittages: ‚Ich möchte konvertieren!“ Ein wenig verwundert fragte ich ihn: ‚In die katholische Kirche?‘ Von diesem Zeitpunkt an konnte er nicht mehr reden und nickte nur noch. Ein junger Priester besuchte ihn einige Male, um ich auf die Konversion vorzubereiten. Ein paar Tage später haben wir im Krankenzimmer diesen Schritt gefeiert. Ein bewegender Augenblick. Und heute bin ich so froh, dass wir in der gleichen Kirche über seinen Tod hinaus beheimatet sind.“ Lange schaute ich die Kanadierin an. Ihre Augen waren mit Tränen gefüllt. Dann sagte ich ihr: „Weißt Du: He looked at me! ER hat mich angeschaut! So geht Berufung!“

Mit diesem Satz im Herzen „He looks at me!“ gingen die 140 jungen Europäer*Innen in die Worshipping- und Anbetungszeit in der Kathedrale, begleitet von einer tschechischen Musik- Gruppe. So mancher kam zum Beichtgespräch. Unter SEINEM Blick der Liebe hatten sie erkannt, was in ihrem Leben hemmend und nur oberflächlich war. Einer brachte es auf den Punkt: „Das Leben mit all seinen Oberflächlichkeiten hat mich weg von Gott gebracht. Im Camp bin ich ihm neu begegnet. Ich möchte IHN nicht mehr allein lassen. Ich möchte mit ihm leben. ER hat Durst nach mir! Und ich habe neu meinen Durst nach IHM entdecken können.“

„Gib mir zu trinken!“ (Joh 4,7) hatte Jesus eine samaritische Frau am Anfang seines öffentlichen Weges gebeten und am Ende seiner irdischen Zeit  – ans Kreuz genagelt – hatte er diesen unendlichen Durst nach uns Menschen erneut mit den Worten „Mich dürstet!“ (Joh 19,28) heraus geschrien. Aus Liebe hatte er die Menschheit geschaffen und nur in ehrlich antwortender Liebe konnte jeder einzelne diesen Durst Gottes stillen. „Ströme lebendigen Wassers“  (vgl. Joh 7,37-38) hatte er denen versprochen, die zu ihm kommen, um von ihm zu lernen. 

Diese Erfahrung echten Lebens hatte so mancher junge Europäer in diesem Camp machen dürfen. So schrieb Sergii aus der Ukraine: „Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Jahr beim go4peace-Camp dabei sein konnte. Für mein geistliches Leben war das richtig bedeutsam, weil ich Zeit und Raum finden konnte, über mein Alltags-Leben nachzudenken. Was für ein Geschenk, junge Leute aus 15 verschiedenen Nationen zu vereinen. Ich hab viel – auch Praktisches - gelernt und werde es in der Ukrainischen Sozial Akademie implementieren. Ganz liebe Grüße aus Kiew.

Simon aus Norwegen schrieb: „Danke Euch allen! Ich hab die Mottos alle mit nach Marokko genommen, wo ich jetzt meine Großeltern besuche!“ Hanka ließ uns wissen: „Wir sind gerade wieder in Osová Bitýška angekommen, total müde aber glücklich! Mission completed! Jetzt warten wir darauf, jeden Tag neu mit den Worten Jesu leben zu können. Darin sind wir mit Euch verbunden.“

Dich BesuchenGintare aus Litauen schrieb:  “He comes to visit you!” – „Er kommt, Dich zu besuchen!“  Das ist das heutige Motto. Ich hab’s gleich gelebt. Gestern Abend bin ich zurückgekommen und hab meine Sachen gewechselt und heut geht’s schon weiter. Ich kam an der Kirche der göttlichen Barmherzigkeit bei uns in Vilnius vorbei. Bin kurz rein gesprungen - in die 24/7-Anbetung, um für go4peace zu danken. Und ich fand Sein Herz – für mich und uns offen – voller Barmherzigkeit.“

Und dann war da noch ein Brief an Bernhard, Heinrich und mich – auf einen kleinen Pralinen-Kasten gebunden. Ich las und spürte, wie sehr Gott in diesen jungen Menschen am Werk ist:  „Thank you for everything that you do for young people! It doesn’t matter if it’s leading morning impulse, making videos or counting money. You are really great team.  Thanks you for encouraging young people to live the gospel in their daily life. Thanks you for seeding a small seed to every heart & I really know that it will bring great fruits to all of those young people. Thank you for wisdom that you take out from the gospel and give it to young people the way they can understand it &  live their every day with this wisdom. Thanks you for all this time you give for go4peace to make it greater and bigger and that more and more young people find out about it. Thanks you for bringing peace to people’s heart & to their countries. But most of all thank you for being fully to others! Being here to talk, to listen, to share & at all just to be. Thank you for seeding a seed of joy in my heart living with the gospel every day. And thank you for being inspiration for me & to a lot of young people.”

(Danke Euch für alles, was Ihr für junge Leute tut. Ganz egal ob beim Morgenimpuls oder in den Video-Workshops oder beim Geld-Zählen. Ihr seid ein starkes Team. Danke dass Ihr junge Leute ermutigt, das Evangelium in ihrem Alltag zu leben. Danke, dass Ihr die kleinen Samenkörner in jedes Herz sät und ich weiß genau, dass es große Frucht bringen wird bei all diesen jungen Leuten. Danke für die Weisheit, die ihr aus dem Evangelium nehmt und die ihr an die Jugendlichen weitergebt auf eine Art und Weise, wie sie es verstehen können und wie sie es in ihren Alltag mitnehmen können. Danke für all die Zeit, die Ihr für go4peace gebt, um es größer und bekannter zu machen, so dass immer mehr junge Leute davon berührt werden. Danke, dass Ihr Frieden zu den Herzen einzelner und zu ihren Völkern bringt. Aber vor allem DANKE, dass ihr ganz für andere da seid. Ihr seid hier, zum Sprechen, zum Zuhören, zum Teilen und letztlich einfach zum Da-Sein. Danke, dass Ihr eine Saat der Freude in mein Herz gesät habt, jeden Tag das Evangelium leben zu können. Danke, dass ihr eine Inspiration für mich und eine Menge junger Leute seid!“)

GesamtgruppeWas für eine kostbare Rückmeldung. Ich dachte zurück an einen Brief, den uns Emmaus, die Präsidentin der Fokolar-Bewegung, geschrieben hatte. Damit hatte sie geantwortet auf eine wunderbare Erfahrung tief erfahrener Geschwisterlichkeit im Februar dieses Jahres, die ich mit ihr geteilt hatte. „Tenendo saldamente Gesù in mezzo a voi, certamente lo Spirito Santo non mancherà di guirdarvi.” (Wenn Ihr – wie zusammengeschweißt – Jesus in Eurer Mitte haltet, dann wird es sich der Heilige Geist auf keinen Fall nehmen lassen, Euch zu führen!“) Wieder neu durften wir echte Apostelgeschichte in unseren Tagen erfahren. Er war am Werk! Er ist am Werk!

So können wir voller Freude bezeugen: „Wir haben gehört! Wir haben mit unseren Augen gesehen! Wir haben geschaut und unsere Hände haben angefasst – das Wort des Lebens.“ (vgl. 1 Joh 1,1-4) „Danke für alles!“ hatte Tomaš nach dem Camp geschrieben. „Jetzt beginnt für uns eine neue Weg-Etappe mit Euch allen. Leben wir in innerer Verbundenheit mit den Mottos täglich neu geboren aus dem lebendigen Wort Jesu… Ich freue mich auf dieses Abenteuer. Gehen wir weiter mit IHM unter uns!“